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Advent

Spätestens in der Woche nach dem Ewigkeitssonntag ist es nicht mehr zu übersehen - es weihnachtet!
Blinkende Elche in den Vorgärten, Weihnachtsmannpuppen klettern an Hauswänden hoch, in den Supermärkten sind die Lebkuchenpaletten, die überall in den Gängen im Weg stehen, nochmal aufgestockt.
Heißt das, es ist bald wieder Weihnachten? Schon wieder? Weihnachten war doch erst im letzten Jahr.
Aber wenn es nun so ist, sollte man sich doch endlich mit Schoko-Nikoläusen, Zimtsternen und Marzipankartoffeln eindecken? Die werden vor Weihnachten bestimmt knapp. Und Plätzchen müssen gebacken werden. Je nach Familientradition mindestens 4 verschiedene Sorten.
Allerdings, wer will das alles essen? Eigentlich sind wir doch noch satt vom letzten Weihnachtsfest.
Die Enkelchen schmelzen die Hohlkörper zu Fondue ein oder backen das Jahr über Kuchen damit. Und die letzten Dominosteine haben wir im August gegessen.
Irgendwie ist uns das Maß verlorengegangen.

Eine Frage bekamen wir neulich gestellt: "Bitte sage mir doch, was kann ich jemandem schenken, der schon alles hat?"
Es gibt Menschen, die mit ihrer Familie und ihren Freunden vereinbaren: "Wir schenken uns zu Weihnachten nichts. Wir haben ja schon alles." Und alle wissen dabei genau, dass doch jeder eine "Kleinigkeit" erwarten wird und dass sich an die Vereinbarung keiner halten wird. Wer will der einzige sein, der ohne Geschenke dasteht?
Advent ist nicht die Übersetzung von: Wer die meisten Plätzchen bäckt ist die tollste Oma! Advent bedeutet nicht, dass man die ausgefallenste Geschenkidee hat oder das meiste Geld für Spielzeug ausgibt.
Denn eigentlich haben wir doch alles.
Alles?
Wie ist es denn wirklich in der Adventszeit um uns herum?
Advent kann heißen: Augen auf! Guck mal dahin, wo es nicht blinkert und glitzert, ist da jemand, der Deine Zeit braucht?
Augen auf! Sparst Du Geld, weil Du kritischer einkaufst und Dich an "Wir-schenken-uns-nichts" hältst, dann setze es kreativ als Hilfe für andere ein.
Augen auf! Vielleicht entdeckst Du für Dich selbst etwas, das man mit Geld nicht kaufen kann und Du Dir schon lange gewünscht hast.

Advent kann auch so verstanden werden: Türen auf! Hinter mancher Tür wohnt jemand, der sich auf einen Besuch freut.
Türen auf! An Eurem Tisch kann immer ein freier Platz sein für jemanden, der Gemeinschaft und ein gutes Essen nötig hat.
Türen auf! In der Kirchengemeinde in Erkner öffnet sich an jedem Tag der Adventszeit eine andere Tür. Eingeladen sind alle, die gespannt sind, was dahinter sein wird. Davon verraten wir nicht viel, nur dies: Wer die Einladung annimmt, darf ankommen und dabeisein.
Ankunft - das ist die richtige Übersetzung von Advent.
Und wie können wir uns besser bereitmachen für die Feier der Ankunft von Jesus Christus in unserer Welt als durch offene Augen, offene Türen - und offene Herzen?

Wir wünschen eine gesegnete Adventszeit und zwischen all den Weihnachtsvorbereitungen immer dran denken: Augen auf! Türen auf!