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Passionszeit

"Was ist das für häßliches Gestrüpp?" willst Du mich fragen?

Kaum schmilzt im Februar der Schnee, findet man nur noch wenige Sträucher und Büsche in Gärten, an denen keine bunten Ostereier hängen.

Nach den kargen Winterwochen freuen sich alle auf bunte Farben und so lange die Narzissen und Tulpen noch nicht blühen, versucht man sich eben mit bunten Ostereiern zu behelfen.

Im Kirchenjahr ist die Zeit des "häßlichen Gestrüpps" vor Ostern die Passionszeit. Vor der Auferstehungsfreude am Ostersonntag wird an die Zeit des Leidens und Sterbens Jesu erinnert.

Du sagst, das Leben ist traurig genug? Du hast schwer am eigenen und am Schicksal enger Freunde und Verwandte zu tragen? Oder Du willst mit "sowas" lieber nichts zu tun haben?

Ja, die Passionszeit ist eine Herausforderung! 7 Wochen - und dann erst die Ostereier?

Das Leid, das wir täglich erleben oder um uns herum und in der Welt wahrnehmen, möchten wir nicht lange miterleiden. Da ist die Bitte eines Freundes um Gebet in einer schweren Lage, da ist es dran, am Krankenbett zu sitzen, hier ist Hoffnungslosigkeit, dort Trauer, da finanzielle Nöte und so oft kommt es darauf an, einfach da zu sein.

Durch die Passionszeit begleitet viele Menschen ein besonderer Bibeltext oder ein Gebet. Jesus hat zu seinen Jüngern kurz vor der Gefangennahme im Garten Gethsemane gesagt: Bleibet hier und wachet mit mir, wachet und betet!
Das ist so schwierig. Wach zu sein, zu beten, mitzuweinen, mitzutragen.
Wer bleibt, wenn eine schwere Zeit länger besteht als eine Woche?

Die Passionszeit lädt ein, zu bleiben, auf Veränderung zu hoffen, das richtige zu tun und daran glauben, daß Gott nach dem Winter einen Frühling schenkt.
Und wenn Du genau auf unserem Gestrüppbild hinsiehst, kannst Du kleine Zeichen des Wachstums finden, kleine Ansätze der Weidenkätzchen.